Kann man Seefunkgeräte mit Walkie-Talkies verwenden?
Nein – Seefunkgeräte können nicht mit Walkie-Talkies verwendet werden, und Walkie-Talkies können Seefunkgeräte nicht ersetzen. Seefunk-VHF läuft im Bereich 156 bis 162 MHz mit eigenen Kanälen und 25-Watt-Funkgeräten, während Land-Handfunkgeräte auf andere Bänder festgelegt sind. Wer den Unterschied zwischen Seefunk-VHF und Walkie-Talkie versteht, bleibt legal und – viel wichtiger – erreichbar, wenn der Tag schiefgeht.Warum hört mein Walkie-Talkie keinen Seefunk?
Hauptsächlich Bandgrenzen. Die kurze Antwort auf die Frage, ob Seefunkgeräte mit Walkie-Talkies verwendet werden können, ist ein klares Nein, und der Grund ist physikalisch, nicht bürokratisch. Seefunkkanäle liegen bei 156 bis 162 MHz und sind für den maritimen Gebrauch reserviert. Verbraucher-Handfunkgeräte sind auf FRS und GMRS bei etwa 462 bis 467 MHz abgestimmt, Business-UHF auf etwa 400 bis 470 MHz oder auf VHF-Bänder, die die Seefunkkanäle komplett auslassen. Die Kluft zwischen Seefunk-VHF und Walkie-Talkie ist eine Frequenzmauer, kein Einstellungsproblem. Selbst ein Funkgerät, das Seefunkkanäle technisch empfangen könnte, sendet nicht auf ihnen, wenn es kein zugelassenes Seefunkgerät (Type Acceptance) ist – und es trotzdem zu tun ist illegal und kann einen echten Notruf blockieren.Ja, du kannst also ein normales Handfunkgerät auf einen Angelausflug mitnehmen und mit deinem Kumpel am Strand plaudern – aber der Hafen, die Küstenwache und jedes Boot dazwischen hören nichts. Genau diese Szene habe ich an einem Yachthafen beobachtet: Zwei Männer mit UHF-Handfunkgeräten brüllten zu einem Boot 200 Meter draußen, während das Boot nur Stille hörte. Dein Reichweiten-Argument an Land hilft dir hier nicht.Ist es legal, ein Land-Walkie-Talkie auf einem Boot zu benutzen?
Es mitzuführen ist in Ordnung. Damit auf Seefunkkanälen zu senden nicht. In den USA verlangt Seefunk-VHF Geräte mit FCC-Zulassung, und obwohl die Stationslizenz für Freizeitboote in den 1990er-Jahren abgeschafft wurde, gilt das für die Gerätezulassung nicht. Viele Länder verlangen für einlaufende Boote nach wie vor eine Schiffsstationslizenz und ein Bedienerzeugnis – prüfe also die Regeln, bevor du mit irgendetwas in der Kajüte eine Grenze überquerst. Motorola-Walkie-Talkies und ähnliche Landgeräte sind im LKW oder am Campingplatz großartig; auf dem Wasser haben sie einfach nichts verloren.Auf welchem Kanal rufst du auf See um Hilfe?
Kanal 16, 156,800 MHz, ist der internationale Not-, Sicherheits- und Anrufkanal, und die US-Küstenwache hört ihn rund um die Uhr ab. Du rufst auf Kanal 16 auf und wechselst dann für das eigentliche Gespräch auf einen Arbeitskanal wie 9, 68 oder 72, damit 16 frei bleibt. Ein Notruf lautet „Mayday, Mayday, Mayday“, dann Bootsname, Position und Art des Notfalls. Funkgeräte mit DSC können außerdem auf Kanal 70 automatisch ein Notsignal mit deiner Position auslösen – ein weiterer Grund, warum Rettungsorganisationen auf DSC-Geräte setzen. An Land ist der nächste Verwandte dieser Kultur die Notkanal-Disziplin in der GMRS- und FRS-Welt, und der GMRS-vs.-FRS-Leitfaden erklärt die Lizenzseite dieses Systems.Was solltest du auf dem Wasser wirklich mitführen?
Ein fest eingebautes Seefunk-VHF-Gerät am Steuerstand plus ein wasserdichtes Hand-Seefunkgerät am Körper. Das Handgerät ist dein Überlebensfunkgerät – wenn das Boot sinkt, ist das Funkgerät in deiner Tasche das, was Hilfe ruft. Ein Handy in einem wasserdichten Beutel, und in Küstengewässern kann ein 4G-PoC-Funkgerät die Kommunikation zwischen Boot und Land verlängern, solange das Mobilfunksignal hält – was auf offenem Wasser meist nicht der Fall ist.Wenn du immer noch fragst, ob Seefunkgeräte mit Walkie-Talkies verwendet werden können: Die Antwort ändert sich auch mit besserer Ausrüstung nicht – auf dem Wasser nutzt du Seefunkausrüstung, an Land Landfunkausrüstung, und geh nie davon aus, dass das eine das andere hört. Lerne die Kanäle, bevor du sie brauchst – genau dieser Unterschied trennt den Anruf beim Freund vom Anruf bei der Rettung.